Vorlesung 14: Wurst und Minimal-Art

Minimal-Art mit der Wurst Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Entstehung in 1960er Jahren in den USA
  • Gegenreaktion zur Pop-Art
  • Wertfreie Reihung einfachster geometrischer Formen
  • Ziel ist die absolute Identität der Form mit sich selbst, ohne illusionistische Zutat
  • Malerei, Plastiken, Objekte
  • z.B.: Donald Judd, Robert Morris, Dan Flavin1

Minimal-Art oder auch Minimalismus ist eine speziell amerikanische Kunstbewegung, die erstens eine Gegenbewegung zur Pop-Art darstellt und sich zweitens von den europäisch geprägten Kunstrichtungen, wie dem Konstruktivismus, der konkreten Kunst und am Bauhaus, abheben wollte. In den frühen 60er Jahren war die Minimal-Art vor allem in der Bildenden Kunst (Malerei, Bildhauerei, Objektkunst) vorherrschend. Aber auch die Architektur wurde durch Minimalismus geprägt.

Die Op-Art-Illustration in die Realität übergeführtSchematische Klarheit, Logik, Objektivität und Entpersönlichung - danach strebt Minimal-Art. Das Reduzieren auf einfache, übersichtliche und meist geometrische Grundformen sind typisch für Skulpturen und Objekte dieser Kunstrichtung. Auch wenn es Minimal-Art in der Malerei gibt, in der Farben und Formen auf das Einfachste reduziert werden, wird Minimalismus doch vorwiegend auf dreidimensionale Kunst angewendet. In der Architektur ist die Anwendung des Minimalismus zwar keine Erscheinung der modernen Architektur, sondern war schon in der Vergangenheit vorhanden, aber in der Moderne nahm der Minimalismus in der Architektur ein vorherrschende Stellung ein. Gebäudeformen sind stark reduziert und weisen oft kubische Formen auf. Formreinheit und Geometrismus sind hier passende Stichworte. Besonders bekannt sind hier bspw. Ludwig Mies van der Rohe2 und Luis Barragan.3

Übrigens: Im Bild rechts sieht man, dass auch ich, Prof. Wurst, mit Minimal-Art vertraut bin, ich würde vielleicht sogar Minimal-Wurst-Art dazu sagen. Die Wurst, die ich für dieses Kunstwerk verwendet habe, ist die gestern in der Kategorie "Wurst & bündig" vorgestellte österreichische Variante der Knacker, auch Salzburger genannt.

 

In der nächsten Vorlesung wird es Konzeptkunst gehen. Also dann, bis zur nächsten Vorlesung. Die Übersicht zu den schon behandelten Epochen/Themen gibt es auf der Einführungsseite der Vorlesung.

Prof. Wurst