Vorlesung 6: Wurst und der Konstruktivismus

Wurst und Konstruktivismus Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Entstehung um 1917/14 in Russland
  • Geometrisch-technische Gestaltungsweise
  • meist große Farbflächen und einfache geometrische Formen
  • in Malerei, Architektur, Design
  • z.B. Wladimir Tatlin, Aleksandr Rodtschenko, Sophie Taeuber-Arp1

Nach der interessanten Vorlesung letzte Woche mit dem Thema "Kubismus" ist heute der Konstruktivismus an der Reihe. Der Begriff kommt vom lateinischen Wort "constructio", was soviel heißt wie "Zusammenfügung" und "Bau".

Die bis dahin historisch gewachsene Formen- und Bildersprache der Malerei wurde beiseite gelegt, um noch einmal mit grundlegenden geometrischen Formen und gleichmäßigen Farbflächen von vorne anzufangen. Der Konstruktivismus ist somit eine streng gegenstandslose Stilrichtung.2 Er entstand in Russland und wurde dort zur offiziellen Revolutionskunst.

Das Logo von Bauhaus Im Westen hatte der Konstruktivismus seine Vertreter vor allem im Bauhaus3. Links ist das Logo von Bauhaus zu sehen. Das Bauhaus wurde von Architekt Gropius in Weimar gegründet und war die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich Architektur und Design. Allerdings hatte das Bauhaus mit der politischen Lage im Land zu kämpfen und musste 1925 nach Dessau übersiedeln. Ein weiteres Mal musste das Bauhaus 1932 übersiedeln, und zwar nach Berlin, und wurde dann 1933 von den Nationalsozialisten als Stätte "entarteter Kunst" endgültig geschlossen.

"Wurst, Senf und Kren/Meerrettich - Was braucht der Mensch mehr!" - ein Kunstwerk von Prof. Wurst Der Konstruktivismus ist eine sehr spannende Stilrichtung, schon alleine deshalb, weil auch ich mich schon eine Weile malerisch damit beschäftige. Das Gemälde, das mir bisher am Besten gelungen ist, könnt ihr rechts bestaunen. Es trägt den Titel "Eine Wurst, Senf und Kren/Meerrettich - was braucht der Mensch mehr!". Wie gefällt es euch? Das Tolle an dem Bild ist, dass man stundenlang davor stehen kann und sich alle möglichen Würste vorstellen kann - Im Endeffekt geht man ins nächste Lokal oder zum nächsten Würstlstand und muss eine Wurst essen. Das Bild macht echt Appetit!

Wer nun noch mehr zum Konstruktivismus lesen will, dem empfehle ich wieder mal auf Wikipedia nachzulesen oder den Artikel von Emil Haenseler  zu lesen - Links in den Fussnoten.4

Also dann, danke für den Besuch der Vorlesung und bis nächsten Freitag, wenn wir uns hier über den Surrealismus unterhalten. Die Übersicht zu den schon behandelten Epochen/Themen gibt es auf der Einführungsseite der Vorlesung.

Prof. Wurst