Vorlesung 10: Wurst und Konkrete Kunst

Wurst und konkrete Kunst Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Entstehung Anfang der 1930er Jahre
  • Mathematisch-geometrische Grundlagen
  • Materialisierung von Gestrigem
  • Keine symbolische Bedeutung
  • Malerei, Bildhauerei, Fotografie
  • z.B.: Max Bill, Fritz Glarner, Theo van Doesburg1

In unserer letzten Vorlesung vor den Weihnachtsferien geht es um die Konkrete Kunst. Theo van Doesburg hat den Begriff "Konkrete Kunst" 1924 eingeführt und sechs Jahre später in einem Manifest festgelegt, dass dies eine Richtung der Kunst ist, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht.

Prof. Wurst im Ciné-Bal-Saal im Aubette-Gebäude in Strassbourg Die Kunst ist nicht abstrakt im eigentlichen Sinn, da sie ja nichts in der Realität Vorhandenes nimmt und diesen Gegenstand dann abstrahiert. Das Gegenteil ist hier der Fall: Geistiges wird materialisiert und es gibt auch keine symbolische Bedeutung. Die Kunstwerke werden mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktionen erzeugt. Manche werden sagen: "Das schaut aber sehr nach Konstruktivismus aus." Da muss ich aber sagen, dass es sehr wohl etwas anderes ist. Die konkrete Kunst grenzt sich nämlich vom Konstruktivismus vor allem durch ihr wissenschaftliches Denken bzw. durch die Erforschung von geometrischen Gesetzmäßigkeiten und der Erforschung der Farbe ab.2 Übrigens: Im Bild rechts sieht man mich im Ciné-Bal-Saal des Aubette-Gebäudes3 in Strassbourg. Die Inneneinrichtung dieses Saals und einiger weiterer Räume wurde vom Begründer der konkreten Kunst, Theo van Doesburg, entworfen und gestaltet.

 

Da dies ja die letzte Vorlesung in diesem Jahr war - ab nächster Woche gibt es ja wieder mal 2 Wochen Ferien für euch - wünsche ich allen Wurstkunst-Studenten eine schöne Zeit und wir sehen uns frisch-fröhlich im Jahr 2009, wenn es am 16. Jänner um Aktionskunst geht. Die Übersicht zu den schon behandelten Epochen/Themen gibt es auf der Einführungsseite der Vorlesung.

Prof. Wurst