Ich will wieder Sommer: Der Orangen-Senf

Geschrieben vonProf. Wurst in Senf & Co DruckversionDruckversion

Orange und Senf ist Orangen-Senf Im Moment ist tiefster Winter, zumindest hier in Innsbruck. Eisig kalt, überall Schnee und mehr Nacht als Tag. Ich persönlich mag den Winter ja nicht wirklich, auch wenn mich viele Freunde von außerhalb wegen der Berge, dem Schnee und den vielen möglichen Wintersportarten hier in Tirol beneiden. Die zwei Fakten sind: Ich will wieder Sommer und ich verbinde Orangen mit der warmen Jahreszeit. Und genau deshalb habe ich heute diesen Beitrag über diesen so speziellen Senf, nämlich den Orangen-Senf, geschrieben. Diesen Beitrag möchte ich hiermit allen Lesern widmen, die sich - genauso wie ich - auf wärmere Temperaturen, längere Tage, grüne Bäume und T-Shirts tragen freuen!

Ich habe den Senf wieder einmal von der Senferey1, genauso wie die schon vorgestellten Senfsorten: Chili-Senf und Curry-Senf. Wenn man das Glas Orangen-Senf aufmacht und daran schnuppert, riecht es schon richtig nach Orangen und man würde nicht meinen einen Senf vor der Nase zu haben. Einzig und allein der schärfere Geruch, der zwischendurch etwas stärker zur Geltung kommt, erinnert daran, dass es sich doch um Senf handelt. :-) Wenn man ihn dann kostet, schmeckt man sofort die Orangen im Senf, nicht zu stark, eher dezent, aber sehr passend für diesen fruchtigen Senf.

Ein Löffel voller Orangen-Senf Ein Glas Orangensenf von oben

Der Orangen-Senf passt natürlich bestens zu allen Arten nicht zu stark geräucherten Würsten und zu hellem Fleisch und zu Fisch. Außerdem zu mildem Käse, zu Rohkostsalaten und zu allen exotischen Gerichten. Die Inhaltsstoffe des Senfs sind neben Senfsaat: Branntweinessig, Wasser, Zucker, Meersalz, Zitronensaft, Kräuter, Gewürze und natürlich Orangensaft und Orangenschalen (aus kontrolliert biologischen Anbau - versteht sich fast von selbst). Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sind in diesem Senf, wie bei allen Senfsorten der Senferey, keine zu finden! Und wisst ihr, dass ganz bestimmt auch Johann Wolfgang von Goethe eine Freude mit diesem Senf gehabt hätte? Hier sein Gedicht "Mignon":

Eine sommerliche Orangenscheibe 1. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.

2. Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn.

3. Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier such im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl? Dahin!
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn! 2

Wie man sieht, hatte Johann Wolfgang von Goethe zu seinen Lebzeiten Sehnsucht nach Sommer und Süden (in diesem Fall meinte er mit "Süden" Italien...). Und auch bei ihm waren Orangen und Zitronen ein Symbol dafür.

Ich bin mir sicher: Goethe hätte die hellste Freude mit diesem Orangen-Senf! :-)

  • 1. Die Senferey, immer noch schönen Schwarzwald gelegen, gibt's natürlich auch im WorldWideWeb
  • 2. Die Figur "Mignon" geht auf Goethes Roman "Wilhelm Meisters theatralische Sendung" zurück. Mehr darüber zu lesen gibt es hier auf Wikipedia.
Prof. Wurst