Das etwas andere Wurstbuch - Das Buch "Wurst"

Geschrieben vonProf. Wurst in Literatur DruckversionDruckversion

Das Buch "Wurst" von Vincent Klink, Nikolaus Heidelbach & Wiglaf Droste Bücher über oder rund um die Wurst gibt es ja wie Sand am Meer und es gibt schlechte und gute Bücher, wie es sie bei allen Themen gibt, aber ein Wurstbuch sticht eindeutig hervor. Und zwar das Buch mit dem kurzen und prägnanten Titel "Wurst" vom DuMont Buchverlag1. In diesem Buch geht es um die Wurst - um dieses universelle, weit unterschätzte Kulturgut, die Legende unter den Lebensmitteln. Ob Blut-, Brat-, Hart- oder Mett-, die Wurst ist in aller Munde. Nur der liebe Gott weiß, was in ihr steckt: Auch wenn diese Redensart zum Siegeszug der Wurst beigetragen hat, löst sie heute Bedenken aus. Es ist an der Zeit, der Wurst ein bisschen auf die Pelle zu rücken. Schon allein wie das Buch aus roten Leinen in der Hand liegt und der Geruch und die Auswahl des Papiers ist ein Genuss. Zusammen mit dem excellent geschriebenen Inhalt (auf 160 Seiten) und den 40 wundervollen Illustrationen ergibt das diese einzigartige Kombination, die das Buch zu etwas besonderem macht. Dieses Buch gehört eindeutig zu meinen Favoriten!

Wer steckt dahinter?

Drei besondere Menschen stehen hinter dem Buch: Der Sternekoch Vincent Klink2, der Zeichner Nikolaus Heidelbach3 und der Autor Wiglaf Droste4. Starkoch Vincent Klink erinnert sich an blutige, aber beseelte Schlachttage und gibt Wurstrezepte bis hin zum Selberstopfen. Illustrator Nikolaus Heidelbach richtet mit seinen kulinarischen Stillleben die Kalte Platte aufs Liebevollste und Überraschendste an. Und Wiglaf Droste, der "Tom Waits der satirischen Schnappschüsse"5, schlägt den Bogen von der Currywurst zur Wurst als Lustobjekt, von regionalen Vorlieben zum Versuch, die Welt als Wurst zu erklären. Eine kleine Leseprobe gibt es hier zu lesen:

Was Wurst ist

Das Buch "Wurst" - Schweinwurst oder Wurstschwein Ein Rätsel ist die Wurst, ein Mysterium. Rund und knuffig ist die Wurst, eine Verlockung, ein anregendes Versprechen. Was aber verspricht uns die Wurst genau? Was ist Wurst, was ist sie uns? Ethymologisch ist Wurst ein Gemenge, ein Mischmasch - man weiß nicht, was darinnen ist. Und will man es wissen? Ist es wirklich ratsam, der Wurst ihre Geheimnisse zu entreißen? Werden wir sie anschließend immer noch mögen? Oder unsere Neugierde nicht eher heftig bedauern? Und die Wurst, aufgeklärt über manches Vergehen und Verbrechen, begangen in ihrem Namen, im Namen der Wurst, folglich ächten und verschmähen? Dieses Risiko kann man nicht ausschließen, wir gehen es mit Freuden ein. Ohne Risiko keine Wahrheit, auch nicht über Wurst. Prall und reizend liegt die Wurst vor uns. Mannigfaltig und prächtig sind ihre Formen: Als grober archaischer Prügel kommt sie daher, als kinderkopfgroßer Presssack, als darmummantelter Salamiklopper, als niedliches Wienerle, als feines Wurstsäckchen. Großzügig zeigt sie ihre Rundungen, lieblich verströmt sie ihre Düfte - Fenchel, Pfeffer, Knoblauch und was es sei. Und immer sagt sie: Iss mich, hier bin ich, bin ich nicht handlich? O doch, handlich ist sie, die Wurst. Anmutig vereint die Wurst Griffigkeit und Appetitlichkeit und zieht uns in ihren Bann, auf dass wir ihr verfallen, physisch wie metaphysisch. Wer in das Mysterium Wurst eintaucht, dem erscheint es vollendet logisch, das Universum als Wurst zu erklären und zu begreifen. Ist nicht alles, was ist, Wurst? Im Guten wie im Bösen, im Klugen wie im Blöden? Die ganze ungeschlachte Welt, ist sie nicht Wurst? Und ist nicht sogar Wurst, was doch definitiv nicht Wurst sein kann? In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts tauchten in der inzwischen untergegangenen DDR diese Kinderverse auf:

Der Mais, der Mais, Wie jeder weiß, Der ist ein toller Bengel, Er ist die Wurst am Stengel. Hintergrund war eine sowjetische Maiskampagne in jener Zeit. Nikita Chruschtschow hatte bei einem Besuch in den USA die Methoden des Getreideanbaus studiert, kehrte schwer beeindruckt zurück und übernahm die Anbaumethode auf gigantischen Flächen - denn die gab es in der Sowjetunion ja ebenfalls. Die DDR wiederum, als kleines Brüderchen der UdSSR, kopierte ihrereseits diese Maßnahme - nur war die Idee des massenhaften Maisanbaus überhaupt nicht auf das Gebiet der vergleichsweise winzigen DDR-Agrarflächen zu übertragen. Mais und Maiskampagne waren entsprechend unbeliebt. Also wurde propagandistisch (und gewissermaßen maisbietend) gereimt, um dem Mais zu Ansehen zu verhelfen - so wurde er zur "Wurst am Stengel". Denn Wurst ist gut, mit Wurst lockt man Menschen, überall. So wurde sogar der Mais verwurstet - und damit Teil eines Universums, dem nichts und niemand sich entziehen kann, und das da heißet: Wurst. Sogar den großen Verweigerer Bob Dylan erwischte die Wurst. Am Schluss des ersten Teils seiner Autobiographie 'Chronicles' schreibt Dylan: "Die Welt stand mir offen. Eines stand fest: Von Gott wurde sie zwar nicht regiert, aber auch nicht vom Teufel." Sondern - genau: von Wurst. Das Abenteuer beginnt.

Weitere Illustrationen aus dem Buch

Das Buch "Wurst" - Der Koch Das Buch "Wurst" - WurstBuddha Das Buch "Wurst" - Wurstgesichter

Den Abschluss hier bilden die zwei Pressestimmen vom Handelsblatt und vom Focus6 - besser und pointierter kann man das Buch nicht beschreiben:

"Die hohe Kunst der Metzgerei, witzig vereint mit gastrosophischer Philosophie und garniert mit kulinarischen Stillleben." (Focus) "...ein in Leinen gebundenes Hohe Lied auf die deutsche Wurst..." (Handeslblatt)

Neugierig geworden? Dann mach mit bei unserem Gewinnspiel oder, wenn du nicht warten kannst, gibt es das Buch in jeder Buchhandlung zu kaufen oder zu bestellen! Viel Glück beim Gewinnspiel und/oder viel Spass beim genießen der Texte und Zeichnungen!

Prof. Wurst