Die Batschka - eine meiner Lieblingswürste

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Die Batschka - aufgeschnitten mit Senf und Brot Zugegeben, bei meiner ersten Begegnung mit dieser Wurst vor 3 Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Batschka eine meiner Lieblingswürste werden sollte. Da lag eine in Scheiben geschnittene Wurst vor mir, deren Konsistenz nicht wirklich fest war und regelrecht in ihrer eigenen roten Paprikasauce schwamm. Nicht zu vergessen der Senf, der aus der Paprikasauce "herausragte". Ich zog bei diesem Anblick zuerst einmal die linke Augenbraue in die Höhe - das mach ich übrigens immer, wenn ich skeptisch bin. Die runzlige Stirn verschwand aber mit dem ersten Bissen und mein Gesichtsausdruck drückte nun wohl Verwunderung aus. "Wow" dachte ich "das gibt's ja nicht! Was für ein Geschmackserlebnis!" Ich genoss diese Wurst sichtlich und die im Pappteller übrig gebliebene Sauce und den Senf tunkte ich dann noch mit dem Brot auf. (Auf dem Bild oben habe ich eine Wurst einer Serie mit wenig Paprikasauce erwischt, aber meistens gibt es ganz viel davon!)

Links die frischen Batschka und rechts die getrockneten Batschka Aber was ist das nun für eine in unseren Breiten nicht alltägliche Wurst? Die Wurst heißt Batschka oder auch Banata oder Siebenbürger Wurst, ganz einfach nach den Namen der Regionen1 woher die Wurst stammt. Es ist also eine Ungarisch-Rumänische2 Wurst.

Eine Brettljause mit der getrockneten Batschka Ich kenne sie nur bei der richtigen Wassertemperatur erhitzt und als getrocknete Hartwurst - aber man kann sie auch grillen und braten. Also eine richtige Allroundwurst! Die Batschka besteht aus bestem Schweinefleisch und durch eine ganz spezielle Gewürzmischung kommt der geniale Geschmack zustande. Erwähnen muss ich noch, dass es einen Unterschied zwischen ungarischen und rumänischen Batschkas gibt: Die Ungarn verwenden sehr viel Paprika, deshalb auch die rote Färbung, und weniger Knoblauch. Und die Rumänen stellen die Würste mit viel Knoblauch und sehr wenig Paprika her.

Das Fleischer Fachgeschäft von Otto Filippi in Salzburg Außerhalb der ungarisch-rumänischen Region gibt es nur einen Metzgerlex, der diese Wurst herstellt bzw. herstellen kann, nämlich der Salzburger Otto Filippi3. Sein Vater kam aus dieser ostmitteleuropäischen Region und hat diese Familienrezeptur mit nach Österreich gebracht. Als wir letzten Samstag in Salzburg waren, statteten wir ihm wieder einmal einen Besuch ab und haben ein paar Batschka mitgenommen (Otto, danke dir für diese ausgezeichneten Würste wieder mal! Es ist nur mehr eine im Kühlschrank! ;-) ) Otto erzählte uns auch, dass die Wurst eine relativ alte ist. Denn sie wurde in der k.u.k.-Zeit4 erfunden. Und mit Sicherheit hat sie auch unser gute, alte Kaiser Franz Joseph I5. gegessen. Frankfurter/Wiener hat er ja geliebt, wie allgemein bekannt ist.

Lust auf Batschka bekommen? Otto Filippi verschickt sie auch nach Deutschland und in die Schweiz. Ludger, das wär doch was für dich so zum Testen, findest du nicht?!

Und weil die Batschka so wunderschön ist, gibt's noch 2 Fotos für euch! Ihr genießt die Fotos und ich die Wurst - ist doch fair, oder?

Ein paar Zentimeter noch und dieses Stück Batschka wird genossen... Die feurig rote - aber nicht scharfe - aufgeschnittene Batschka

 

Prof. Wurst